Luberon, eine außergewöhnliche Gegend, ein Land, wo “der Geist weht”, wie ein Dichter sagte, ein Land beladen mit der Geschichte der Menschen, die es geformt haben. Geheimnisvolles Land, das sich nicht leicht erschließt, letztes Rückzugsgebiet wilder Tiere, seine Gestalt gleicht der eines Tieres.
Für Jean Giono “ein großer blauer Wal” , für Henri Bosco “Zufluchtsort einer phantastischen Tierwelt”, sagt man doch, dass der Name Luberon von jenem mythischen Tier kommt, dem Wolf (das provenzalische Wort “loube” bedeutet Wölfin), der noch vor kaum hundert Jahren in großer Zahl in den dichten Wäldern jagte.
Andere behaupten, dass der Name eher von dem Hasen herkommt “lebre” auf provenzalisch (im Jahre 1878 war das Gebirge unter dem Namen “Lèberon” bekannt). Wie dem auch sei, das “gute Tier” spielt nach wie vor eine große Rolle im Leben der Menschen, wenn sich ihre Beziehungen auch stark verändert haben
Der Luberon stellt für die Wissenschaftler ein Naturreservat von höchstem Interesse dar. Er verdankt diese Besonderheit seiner geographischen Lage. Seine Lage zwischen den Alpengipfeln und den Gestaden des Mittelmeeres macht ihn zu einem biogeographischen Kreuzungspunkt erster Ordnung
Insgesamt sind bis zum heutigen Tage 306 Arten von Wirbeltieren innerhalb der Grenzen des Parks gezählt worden. Unter ihnen stellen die Vögel 214 Arten , von denen 143 hier nisten, das sind ein wenig mehr als 50% der französischen Vogel-welt. Dazu kommen 7 Arten, die wenig erforscht sind, 4 Arten sind ausgestorben.
Es handelt sich um Raubvögel, die vor kurzem verschwunden sind, 2 Geierarten, der Königsadler (ein Paar nistet allerdings in unmittelbarer Nähe des Parks auf dem Plateau de Vaucluse) und eine Falkenart. Schließlich gibt es noch 22 Vogelarten, die hier überwintern und 44 weitere Arten, die
nur während ihres Durchzugs hier zu sehen sind.
Die andere biologische Besonderheit des Luberon besteht darin, dass es hier noch seltene und bedrohte Arten gibt, die leider aus ihren Biotopen in Frankreich und anderen Ländern verschwunden sind. Es handelt sich hier unter anderem um Raubvogelarten wie
den Bonelliadler und den Geier percnoptère.